Schritt 1: Der Termin im Heizraum
Am Anfang steht kein Angebot, sondern ein Blick auf den Bestand. Wichtig sind das Typenschild des Kessels mit Baujahr und Leistung, der Zustand des Abgaswegs, die Art der Heizflächen in den Räumen und die Verbrauchszahlen der letzten drei Jahre. Legen Sie die Abrechnungen bereit, das spart einen zweiten Termin.
Genauso wichtig ist die Frage, wie Sie das Haus tatsächlich nutzen. Wie viele Personen leben darin, wie viel warmes Wasser wird gebraucht, welche Räume werden beheizt und welche nicht, ist ein Umbau geplant. Aus diesen Angaben ergibt sich, welche Systeme überhaupt in die engere Wahl kommen.
Der Termin dauert typischerweise eine Stunde. Wer danach direkt ein Angebot über ein bestimmtes Gerät in der Hand hält, sollte skeptisch sein: Ohne Heizlastberechnung ist die Gerätegröße geraten.
Schritt 2: Varianten und Angebot
Ein gutes Angebot stellt zwei bis drei Wege nebeneinander, nicht nur einen. Für jede Variante gehören dazu: die Investitionssumme, die zu erwartenden jährlichen Betriebskosten, die voraussichtliche Förderung und die Summe, die am Ende übrig bleibt. Nur so lassen sich eine Wärmepumpe und ein Brennwertkessel überhaupt vergleichen, denn sie unterscheiden sich in beiden Größen deutlich.
Achten Sie darauf, dass die Nebenarbeiten enthalten sind. Die typischen Posten, die in knappen Angeboten fehlen: Schornsteinsanierung, Entsorgung von Öltank und Altanlage, Anpassung der Verteilung im Keller, Elektroanschluss und Zählerplatz für die Wärmepumpe, hydraulischer Abgleich. Wenn diese Positionen fehlen, ist das Angebot nicht günstiger, sondern unvollständig.
Bis zum Angebot vergehen nach dem Termin in der Regel ein bis zwei Wochen, weil die Heizlast gerechnet und bei größeren Umbauten Preise anderer Gewerke eingeholt werden.
Schritt 3: Der Förderantrag, und warum die Reihenfolge zählt
Die Heizungsförderung wird vor Vertragsschluss beantragt. Das ist keine Formalie, sondern die häufigste Ursache dafür, dass Eigentümer leer ausgehen. Wer erst den Auftrag erteilt und dann den Antrag stellt, bekommt nichts.
In der Praxis wird der Weg so gegangen: Sie und das ausführende Unternehmen schließen einen Vertrag mit aufschiebender Bedingung, der also erst wirksam wird, wenn die Förderzusage vorliegt. Damit ist die Reihenfolge gewahrt, und Sie tragen kein Risiko, falls der Antrag abgelehnt wird.
Für den Antrag braucht es eine Bestätigung zum Antrag, die ein zugelassener Energieberater oder ein Fachunternehmen ausstellt, dazu die technischen Angaben zur geplanten Anlage. Von der Einreichung bis zur Zusage vergehen je nach Auslastung der Förderstelle einige Wochen. Das ist der Teil des Projekts, der die Gesamtdauer am stärksten bestimmt.
Schritt 4: Einbau, Abgleich, Abnahme
Der Einbau selbst geht schneller, als die meisten erwarten. Ein reiner Kesseltausch ist häufig an einem Tag erledigt, der Wechsel des Systems dauert zwei bis fünf Werktage. Der Ablauf: Altanlage außer Betrieb nehmen und demontieren, gegebenenfalls Abgasweg sanieren, neue Wärmeerzeugung setzen und anschließen, Speicher einbinden, befüllen und entlüften.
Dann kommt der Teil, der über die späteren Kosten entscheidet: der hydraulische Abgleich und das Einstellen der Heizkurve. Jeder Heizkörper bekommt die Wassermenge, die er braucht, und die Vorlauftemperatur wird so weit abgesenkt, wie es das Haus zulässt. Das ist unspektakuläre Arbeit und wirkt über die Jahre stärker als jedes Zusatzgerät.
Zum Abschluss die Einweisung, die Übergabe der Dokumentation und die Meldung an den Bezirksschornsteinfeger. Für die Förderstelle brauchen Sie außerdem die Rechnung mit den geforderten Angaben und die Bestätigung nach Durchführung. Beides sollte der Betrieb von sich aus liefern.
Der beste Zeitpunkt im Jahr
Der schlechteste Zeitpunkt für einen Heizungstausch ist der Moment, in dem die alte Anlage im Januar ausfällt. Dann entscheidet der Zeitdruck, nicht die Rechnung, und die Auswahl beschränkt sich auf das, was lieferbar ist.
Der beste Zeitpunkt liegt zwischen Frühjahr und Spätsommer. Sie haben freie Terminwahl, es stört nicht, wenn die Anlage ein paar Tage steht, und der Förderantrag hat genug Vorlauf. Wer im Mai anfängt zu planen, ist im Juli fertig.
Ein praktischer Hinweis für alle, deren Kessel deutlich über zwanzig Jahre alt ist: Lassen Sie sich bei der nächsten Wartung sagen, wie es um Ersatzteilversorgung und Verschleiß steht. Diese Auskunft kostet nichts und verschafft Ihnen den Vorlauf, der den Unterschied zwischen einer geplanten und einer erzwungenen Entscheidung ausmacht.

